Wer über neue Medien spricht, muss auch über neue Werbeformen sprechen. Denn mit neuen Medien entstehen neue Werbeformen, die Werbung ihrerseits treibt neue Medien voran. Denn letztlich können Medien nur dann erfolgreich bestehen, wenn sie vermarktet werden können. Das gilt für heutige und künftige Medienformen mehr denn je.

Drei grosse Trends sind derzeit festzustellen:
1. Näher:
Werbung dringt immer stärker in den Alltag der Adressanten ein, findet direkt in ihrer Lebenswelt statt und erreicht sie da, wo sie ohnehin schon sind. So wird Werbung eher wahrgenommen und gleichzeitig weniger als Fremdkörper empfunden.
2. Direkter:
Die Wege zwischen der Werbung und dem Point of Sale werden kürzer. So gehen weniger potentielle Kunden auf dem Weg von der Werbung bis zum effektiven Kauf verloren.
3. Präsenter:
Immer mehr Kanäle stehen der Werbung zur Verfügung um potentielle Kunden anzusprechen. Die Menschen werden immer umfassender mit Werbung konfrontiert.
Im Prinzip sind dies Grundanliegen der Werbung, die nun duch die neuen technischen Möglichkeiten einen zusätzlichen Schub erhalten.
Drei Beispiele, die uns in Zukunft noch öfter begegen werden:
QR-Codes: In Fernost sind sie bereits weit verbreitet, in der Schweiz haben es die quadratischen Barcodes immerhin schon auf eine Briefmarke geschafft: QR-Codes. QR steht für Quick Response, schnelle Antwort. Ziel dieser neuen Werbeform ist es, gleichzeitig nah an die Lebenswelt des Kunden zu kommen, trotzdem aber den Weg zum Kauf des Produkts oder der Dienstleistung zu verkürzen.
In der Praxis sieht das so aus: Ich sehe beim Flanieren in der Innenstadt ein Plakat, das günstige Ferien anpreist. Mit meinem Handy scanne ich den QR-Code auf dem Plakat ein, sofort erscheinen auf meinem Handy die Buchungsmöglichkeiten und ich kann direkt per Handy meine Ferien buchen.
> Wikipedia-Eintrag zu QR-Codes
> Download des QR-Code-Readers
Einscannen und direkt mobil auf den Medienkonvergenz-Blog surfen.
So sieht der QR-Code für diesen Blog aus:

Mobile-Werbung: Noch sind unsere Handys weitgehend frei von Werbung - ab und zu kommt ein SMS vom Telefonanbieter, der eine Aktion anpreist, mehr nicht. Dabei wären Handys die ideale Werbeträger. Die Menschen haben es praktisch überall dabei, sind jederzeit erreichbar. Die Werbung ist mitten in der Lebenswelt der Generation Mobile und der Kauf eines Produkts ist über dasselbe Medium möglich. Kurze Wege, der Traum jedes Werbers.
Das Problem: Werbung auf dem Handy würde als sehr lästig empfunden, man möchte damit mit Freunden kommunizieren, nicht mit geldgierigen Firmen. Schmackhaft wird die Werbung dann, wenn sie das Telefonieren günstiger macht. Mit dem bevorstehenden Eintritt von Google in den Mobilfunkmarkt ist es durchaus denkbar, dass Mobile Kommunikation bald auch werbefinanziert und für die Nutzer damit kostenlos wird.
> Spiegel Online: “Googles Handy-Initiative
Community-Werbung: Ob Facebook, MySpace oder StudiVZ - die Internetgemeinde schliesst sich zu immer grösseren Gemeinschaften zusammen. Für Werbetreibende ergibt sich ein riesiges Potential an Werbekontakten. Die Mitglieder der Community definieren sich über ihre Profile selber und freiwillig sehr genau als Zielgruppen. Damit lassen sich Werbebanner sehr gezielt platzieren.
Aber längst nicht nur dies. Communities leben von gemeinsamen Interessen: Was meine Freunde interessiert, interessiert mich möglicherweise auch. Für Werbetreibende bedeutet dies: Wer beispielsweise mit einem lustigen Videoclip auf sich aufmerksam macht, kann schnell und kostenlos eine grosse Verbreitung erreichen, wenn Leute innerhalb einer Community darauf aufmerksam werden und es weiterempfehlen.
> Wikipedia-Eintrag zu Viralem Marketing
Diese Werbeformen folgen den beiden genannten Trends 1 und 2 und sorgen gemeinsam mit den bereits existierenden und noch weiteren kommenden dafür, dass Trend 3 sich fortsetzen wird. Und so geht der olympische Wettlauf der Werbetreibenden weiter: Näher, direkter, präsenter.