Digital Natives

Lilly-Anne Brugger am 4. Dezember 2007 um 10:48

Wie gehen Jugendliche mit den Medien um? Sitzen sie stundenlang vor dem Fernseher und Computer, spielen Internet-Spiele und nehmen die Realität gar nicht mehr richtig war?

Im Gespräch mit einer 5. Klasse aus dem Aargau wurden diese Vorurteile zum Teil widerlegt. Die Digital Natives sind gar nicht Digital Natives*. Auch sie müssen zuerst lernen, einen Computer zu bedienen. Ausserdem geben die Eltern Richtlinien vor. Nichts ist mit stundenlangem surfen - sonst konfiszieren die Eltern den Computer-Bildschirm.

Medienkonsum von 5. Klaesslern

Slideshow: Der Medienalltag der 5. Klässler

(Bildnachweis: Lilly-Anne Brugger, www.pixelio.de)

*Marc Prensky prägte 2001 den Begriff der Digitital Natives und Digital Imigrants. Mit Digital Natives bezeichnete er Kinder und Jugendliche, die mit den neuen Medien aufgewachsen sind. Digital Imigrants sind seiner Meinung nach die Erwachsenen, die die neuen Techniken zuerst lernen müssen. Dabei entwickeln die Digital Imigrants einen Akzent, genau wie wenn sie eine Sprache neu lernen. Der Akzent der Digital Imigrants äussert sich zum Beispiel im Ausdrucken von eMails.

Aufsatz von Mark Prensky zum Thema Digital Imigrants und Digital Natives

Marc Prenskys Blog

medien@home

Regina Borsos am 4. Dezember 2007 um 01:45

Geständnisse: Die MAZ-Blogger enthüllen intime Details ihres heimischen Medienkonsums.
Ob Comic in der Küche oder Laptop auf der Toilette: Wer wissen will, was wir zu Hause in medialer Hinsicht treiben, muss nur unten klicken - vorausgesetzt sind allerdings schnelle Augen.


Utopien der Mediennutzung

Lilly-Anne Brugger am 2. Dezember 2007 um 18:07

Die Bibliotheque Nationale de France zeigt im Internet Werke zum Thema “Utopia”. Unter diesen Werken sind auch Zeichnungen von Villemard. Sie sind im Jahr 1910 entstanden und zeigen seine Vorstellungen vom Jahr 2000. Es ist erstaunlich, wieviel davon eingetroffen ist - zumindest im Bereich der Medien.

Bibliotheque Nationale de France: Zeichnungen von Villemard online

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Villemard nannte diese Abblidung “Correspondance Cinéma - Phono - Télégraphique”. Wir nennen es skype.

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Villemard nannte dies Zeichnung “À l’école”. Wir nennen es Sprachlabor und wenden diese Technik manchmal auch zu Hause an.

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Villemard nannte diese Abbildung “Dictant son courrier”. Wir verwenden heute Diktafone oder ein computergestütztes Spracherkennungsprogramm.

(Bildnachweis: Internetauftritt der Bibliothèque Nationale de France)

Konsumrausch

Olivia Kuehni am 29. November 2007 um 23:04

Es ist eine wichtige Zeit für die elektronische Industrie: Ob 2007 ein gutes Jahr war oder ein schlechtes, entscheidet sich in diesen letzten Wochen. 40 Prozent ihres Jahresumsatzes macht die Gameindustrie in der Weihnachtszeit; der 13. Monatslohn geht traditionell entweder für Steuern oder für einen neuen Fernseher drauf. Hier zehn diesweihnächtliche Hoffnungsträger der grossen Schweizer Händler:

1. Flachbildschirm-Fernseher im Format 16:9, für die 50% der Bevölkerung, die noch keinen haben

2. Digitale Fotorahmen, das sind Plastikrechtecke, in die man oben die Speicherkarte stecken und dann seine Fotos anschauen kann, Marktführer Philips

3. Spiegelreflex-Digitalkameras, zum Preis, den man vor fünf Jahren für eine Kompaktkamera zahlte

4. High-Definition Fernsehgeräte, die spielen DVD sowohl in “HD” (Microsoft) als auch in “BluRay” (Sony) ab, ebendieser Formatkampf ist noch nicht ausgetragen

5. Nintendo Wii, “Wii” ist angelehnt an “We” und zeigt an, dass dies eine sozialkompetenzfördernde Konsole ist; Zielpublikum sind nicht nur Kinder, sondern auch Gaming-Wiedereinsteiger

6. iPod, natürlich

7. Navigationsgeräte der Marken “TomTom” (NL) oder “Garmin (USA), die beiden machen 80% des Marktes unter sich aus, die Geräte werden seit letztem Jahr jede Saison unentbehrlicher

8. Sony Playstation III, mit BluRay-Format, soll vor allem ältere, qualitätsbewusste Gadget-Liebhaber ansprechen; der Vergleich mit Nintendo Wii sei angeblich, als würde man Porsche mit Volkswagen vergleichen

9. Ferngesteuerte Autos und Helikopter, die hier ausnahmsweise als Multimedia-Produkt gelten und seit neustem vermehrt von erwachsenen Jungs gekauft werden

10. HiFi-Anlagen in Miniformat mit Digitalradio-Empfängern, von Volksmusikhörern in weiser Voraussicht gekauft 

Beim Branchenverband Swico heisst es indes, die grosse Herausforderung für die Industrie sei: Konvergenz. Geräte, die immer mehr können und in sich vereinen, müssten so gestaltet werden, dass sie der Kunde überhaupt noch verstehe.

Eine Zukunft habe die Branche aber auf jeden Fall, denn der Mensch hat ein Grundbedürfnis nach Information und Unterhaltung. Das ist eine gute Nachricht, auch für die Medienbranche. Frohe Weihnachten.

Kleine Werbeunterbrechung

David Bauer am 29. November 2007 um 16:03

Wer über neue Medien spricht, muss auch über neue Werbeformen sprechen. Denn mit neuen Medien entstehen neue Werbeformen, die Werbung ihrerseits treibt neue Medien voran. Denn letztlich können Medien nur dann erfolgreich bestehen, wenn sie vermarktet werden können. Das gilt für heutige und künftige Medienformen mehr denn je.

Drückt unserem Leben zunehmend den Stempel auf: Werbung.

Drei grosse Trends sind derzeit festzustellen:

1. Näher:
Werbung dringt immer stärker in den Alltag der Adressanten ein, findet direkt in ihrer Lebenswelt statt und erreicht sie da, wo sie ohnehin schon sind. So wird Werbung eher wahrgenommen und gleichzeitig weniger als Fremdkörper empfunden.

2. Direkter:
Die Wege zwischen der Werbung und dem Point of Sale werden kürzer. So gehen weniger potentielle Kunden auf dem Weg von der Werbung bis zum effektiven Kauf verloren.

3. Präsenter:
Immer mehr Kanäle stehen der Werbung zur Verfügung um potentielle Kunden anzusprechen. Die Menschen werden immer umfassender mit Werbung konfrontiert.

Im Prinzip sind dies Grundanliegen der Werbung, die nun duch die neuen technischen Möglichkeiten einen zusätzlichen Schub erhalten.

Drei Beispiele, die uns in Zukunft noch öfter begegen werden:

QR-Codes: In Fernost sind sie bereits weit verbreitet, in der Schweiz haben es die quadratischen Barcodes immerhin schon auf eine Briefmarke geschafft: QR-Codes. QR steht für Quick Response, schnelle Antwort. Ziel dieser neuen Werbeform ist es, gleichzeitig nah an die Lebenswelt des Kunden zu kommen, trotzdem aber den Weg zum Kauf des Produkts oder der Dienstleistung zu verkürzen.

In der Praxis sieht das so aus: Ich sehe beim Flanieren in der Innenstadt ein Plakat, das günstige Ferien anpreist. Mit meinem Handy scanne ich den QR-Code auf dem Plakat ein, sofort erscheinen auf meinem Handy die Buchungsmöglichkeiten und ich kann direkt per Handy meine Ferien buchen.

> Wikipedia-Eintrag zu QR-Codes
> Download des QR-Code-Readers

Einscannen und direkt mobil auf den Medienkonvergenz-Blog surfen.
So sieht der QR-Code für diesen Blog aus:
qrcode

Mobile-Werbung: Noch sind unsere Handys weitgehend frei von Werbung - ab und zu kommt ein SMS vom Telefonanbieter, der eine Aktion anpreist, mehr nicht. Dabei wären Handys die ideale Werbeträger. Die Menschen haben es praktisch überall dabei, sind jederzeit erreichbar. Die Werbung ist mitten in der Lebenswelt der Generation Mobile und der Kauf eines Produkts ist über dasselbe Medium möglich. Kurze Wege, der Traum jedes Werbers.

Das Problem: Werbung auf dem Handy würde als sehr lästig empfunden, man möchte damit mit Freunden kommunizieren, nicht mit geldgierigen Firmen. Schmackhaft wird die Werbung dann, wenn sie das Telefonieren günstiger macht. Mit dem bevorstehenden Eintritt von Google in den Mobilfunkmarkt ist es durchaus denkbar, dass Mobile Kommunikation bald auch werbefinanziert und für die Nutzer damit kostenlos wird.

> Spiegel Online: “Googles Handy-Initiative

Community-Werbung: Ob Facebook, MySpace oder StudiVZ - die Internetgemeinde schliesst sich zu immer grösseren Gemeinschaften zusammen. Für Werbetreibende ergibt sich ein riesiges Potential an Werbekontakten. Die Mitglieder der Community definieren sich über ihre Profile selber und freiwillig sehr genau als Zielgruppen. Damit lassen sich Werbebanner sehr gezielt platzieren.

Aber längst nicht nur dies. Communities leben von gemeinsamen Interessen: Was meine Freunde interessiert, interessiert mich möglicherweise auch. Für Werbetreibende bedeutet dies: Wer beispielsweise mit einem lustigen Videoclip auf sich aufmerksam macht, kann schnell und kostenlos eine grosse Verbreitung erreichen, wenn Leute innerhalb einer Community darauf aufmerksam werden und es weiterempfehlen.
> Wikipedia-Eintrag zu Viralem Marketing

Diese Werbeformen folgen den beiden genannten Trends 1 und 2 und sorgen gemeinsam mit den bereits existierenden und noch weiteren kommenden dafür, dass Trend 3 sich fortsetzen wird. Und so geht der olympische Wettlauf der Werbetreibenden weiter: Näher, direkter, präsenter.

Ein Kindle ward geboren

Lilly-Anne Brugger am 26. November 2007 um 07:30

Vor gut zwei Wochen waren Peter Wolf und Pascal Fessler von CashDaily bei uns am maz zu Besuch. Sie erzählten dabei von neuen technischen Möglichkeiten wie Handy-TV oder Büchern mit elektronischer Tinte. Während das Handy-TV bereits bekannt ist, erschien mir das elektronische Buch doch wie aus einem Science-Fiction-Film gefallen. Auch die verschiedenen Beweise für seine Existenz in Form von Bildern und Filmen, die uns Wolf und Fessler vorlegten, liessen mich zweifeln, dass diese technische Neuerung in den nächsten Wochen oder Jahren auf den Markt kommen könnte. Ich habe mich getäuscht.

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Letzte Woche hat Amazon sein eBook lanciert, den Kindle. Der Kindle sieht aus wie ein überdimensionales Handy und ist ganz in weiss gehalten - heutzutage müssen anscheinend alle neuen elektronischen Gadgets weiss sein. Im Gegensatz zu einem Computer verfügt der Kindle aber über die sogenannte elektronische Tinte: Ist die Seite einmal geladen, benötigt der Kindle keinen Strom mehr und ist damit auch länger einsatzfähig als ein herkömmlicher Laptop.

Wer das neue Spielzeug ausprobieren möchte, muss tief in die Tasche greifen. Momentan kostet der Kindle (noch?) 399 US-Dollar. Dafür ist er aber auch mit einem wireless-Internet ausgerüstet und muss nicht mehr am Computer angeschlossen werden. Bücher von Amazon, aber auch Zeitungen wie beispielsweise die New York Times, das Wall Street Journal oder die FAZ können so unterwegs auf den Kindle heruntergeladen werden. Natürlich kosten diese Leistungen ein kleines Entgelt - genauso wie die Blogs, die der Kindle empfangen kann, im herkömmlichen Internet aber gratis zu bekommen sind.

Amazon zum Release ihres Kindle

neuerdings.com testet den Kindle

Bits-Blog der New York Times: Gesammelte Kommentare zum Kindle

(Bildnachweis: amazon.com)

Newsroom - wie geht das?

Simone Schmid am 20. November 2007 um 19:08

Medienkonvergenz einmal ganz praktisch: Wir haben den ersten integrierten Newsroom der Deutschschweiz besucht. Wie arbeiten die Journalistinnen und Journalisten? Irgendwie doch nicht so anders als bisher auch schon, haben wir festgestellt. Ein Besuch bei Cash Daily.

Ein Beitrag von Olivia Kühni und Simone Schmid.


Interview mit Peter Wolf

Lilly-Anne Brugger am 19. November 2007 um 11:29

Interview: Olivia Kühni, Kamera: Simone Schmid


Peter Wolf ist Projektleiter Neue Medien bei CashDaily. In dieser Funktion besucht er häufig Messen zum Thema neue Medien und berichtet gleich auf mehreren Kanälen von diesen Ereignissen. Dabei helfen ihm Blackberry und Digitalkamera. Weshalb Peter Wolf versucht, so wenige wie möglich in seinem Büro zu sein, erklärt er im Interview am maz.

Peter Wolfs Arbeitsplatz: Ringier-Verlag

Ringiers Versuchslabor: CashDaily

Peter Wolfs Blog

BBC und Daily Telegraph neu mit Newsrooms

David Bauer am 18. November 2007 um 15:24

Die British Broadcasting Corporation, besser bekannt als BBC, hat diese Woche genau das getan, worüber wir hier schreiben. Sie hat ihre bisher unabhängig arbeitenden Nachrichten-Redaktionen “TV News”, “Radio News” und “News Interactive” zu einem multimedialen Newsroom zusammengefasst. Dort werden nun Nachrichten für alle drei Kanäle - Fernsehen, Radio und Internet - koordiniert produziert. Peter Harrocks, der neue Leiter des Multimedia-Newsrooms, beschreibt (im übrigens immer sehr lesenswerten) Editors Weblog, was die Umorganisation an Neuerungen mit sich bringt.

> Harrocks zum BBC Multimedia-Newsroom
> Der BBC Editors Weblog

Bilder vom neuen BBC-Newsroom sind noch keine verfügbar. Mehr Einblick gewährt der Daily Telegraph. Englands meistverkauftes Qualitätsblatt hat ebenfalls diese Woche einen integrierten Newsroom eingeführt (Meldung auf journalist.co.uk). Auf der Website der Visual Editors kann man sich virtuell durch das neue News-Epizentrum des Daily Telegraphs klicken.

> Zur virtuellen Tour durch den Newsroom des Daily Telegraphs
> Videobeitrag zum Newsroom des Daily Telegraphs

Der Newsroom des Telegraph (Bild: Lloyd Davis)
Der Newsroom des Daily Telegraphs (Bild Lloyd Davis)

Interview mit Pascal Fessler

Lilly-Anne Brugger am 17. November 2007 um 15:46

Interview: David Bauer, Kamera: Regina Borsos


Das Webcenter von Ringier arbeitet multimedial und medienübergreifend: Video-Journalisten, Online-Redakteure und Print-Journalisten arbeiten Hand in Hand für die verschiedensten Ringier-Produkte. Pascal Fessler, Leiter des Webcenters von Ringier, erklärt im Interview, wie der Journalist von morgen arbeitet.

Pascal Fesslers Arbeitsplatz: Ringier-Verlag

Ringiers Versuchlabor: CashDaily